31
nirgends kann man ihnen Auskunft über dieſelbe geben. MNan ſeeht ſo viele Unglückliche in der Stadt, daß man einzelne nicht beachtet; man weißt ſie wohl hie und da nach der Wohnung einer armen Mutter, aber wenn ſie hinkommen, finden ſie niemals den Gegen⸗ ſtand ihrer Nachforſchungen.
Am elften Tage ihres Aufenthaltes in Paris gehen Jakob und Sansſouci auf den Boulevards auf und ab, und zerbrechen ſich den Kopf, was wohl aus Adelinen geworden ſein kann.
Plötzlich wenden ſich die Spaziergänger nach der Fahrſtraße hin und ſcheinen etwas Beſonderes zu er⸗ warten.„Was gibt's denn da? fragt Sansſouci einen neben ihm ſtehenden Taglöhner.— Es iſt, entgegnete dieſer, ein Zug Galeerenſklaven, der aus dem Bicétre kommt und nach Toulon abgeht.. Da.. ſeht... da kommt der Wagen ſchon... bald werden wir ſie ſehen...— Es iſt nicht der Mühe werth, ſich ſo zu drängen, um Schurken und Schelmen zu ſehen.— Sie bitten um ein Almoſen auf ihrem Wege...— Wenn ſie Herz im Leibe hätten, ver⸗ langten ſie todtgeſchoſſen zu werden... komm, Jakob, wir wollen nicht hier hinſtehen... dieſe Burſche können mein Mitleid nicht erregen...— Ich will bleiben, ſagt Jakob ergriffen, ich muß ſie fehen!“
Der Wagen rollt langſam einher, und Jakob, voon einem geheimen Vorgefühl angetrieben, tritt ganz nahe darauf zu, und zieht einige Sous aus der Laſche. Bald ſind die Galeerenſklaven vor ihm; ſie
„ ſtrecken ihre verbrecheriſchen Hände aus und flehen
—


