Abende, keine luſtigen Mahlzeiten, keine munteren Geſchichten und Schlachtenerzählungen mehr. Sans⸗ ſouci verliert allmälig alle Hoffnung, er bereut es, ihr die traurigen Mittheilungen über ihren Mann gemacht zu haben und hat nicht den Muth, Jakob die Wahrheit zu geſtehen.
Am achten Tage erklärte dieſer, daß er ſich auf den Weg machen werde, ſeine Schwägerin aufzuſuchen. Jetzt entſchließt ſich Sansſouci endlich zu ſprechen, er zieht ſeinen Kameraden bei Seite, rauft ſich eine Hand voll Haare aus und ſeufzet dabei tief.„Was ſollen dieſe Jeremiaden? ſagt Jakob, ſprich und mach kein dummes Zeug.— Schau, Kamerad, ich bin ein hölliſch einfältiges Thier!... ich bin ver⸗ ſtopft wie Guillots Flintenrohr! und doch habe ich alles ſo gut gemacht als ich nur konnte.— Was willſt Du damit ſagen?— Ich bin ſchuld, daß Deine theure Schweſter uns verlaſſen hat.“
„Du? Unglücklicher!— Wenn Du mir nicht verzeihſt, ſo drücke ich mir fünf Loth Blei zwiſchen die beiden Augbrauen.— Nun, ſo ſprich doch, ich beſchwöre Dich!...— Ich erfuhr, daß Dein Bruder im Gefängniſſe ſei... ich wagte es nicht, es Dir zu ſagen... auch ſeiner Frau wollte ich es verheim⸗ lichen, aber ſie drang ſo lange und inſtändig in mich...
und Du weißt, daß die Weiber mit mir machen können, was ſie wollen!... beſonders ſolche, die ich verehre..
und dann dachte ich, daß ſie vielleicht ihren Mann⸗ ein bischen tröſten könnte..— Glaubſt Du denn, daß ich ein Herz von Eiſen habe? mein Bruder iſt


