Teil eines Werkes 
4. Th. (1844)
Entstehung
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Zweites Kapitel. Der gute Gerval.

Die Franzoſen, beſonders die aus den niedern Volksklaſſen, haben das Gute, daß ſie ſehr leicht von einem Gefühle zum andern übergehen; nachdem ſie Zeuge einer Exekution geweſen ſind, bleiben ſie vor dem Theater eines Polichinell ſtehen; ſie lachen und weinen mit bewunderungswürdiger Leichtigkeit; und derſelbe Mann, der ſeinen Nachbar grob zurückſtößt, weil er ihn verhindert, einen Verurtheilten zum Hoch⸗ gerichte hin vorbeiführen zu ſehen, wird ſich beeilen, einem Unglücklichen beizuſtehen, den Krankheit oder irgend ein unvorhergeſehener Umſtand zu ſeinen Füßen niederwirft, und ſo vergeſſen denn auch die Frauen und jungen Mädchen, die ſich nicht weit von Adelinen befanden, ſehr bald das ſchöne Schauſpiel, das ſie gehabt, um der unglücklichen jungen Frau beizuſprin⸗ gen, die beſinnungslos auf dem Pflaſter lag.

Man bringt ſie mit ihrem Kinde in ein nahes Kaffeehaus, und läßt hier der armen Mutter alle mögliche Pflege angedeihen. Ein Jedes hat ſeine Vermuthungen über dieſe Begebenheit.

Es iſt vielleicht die Hitze und das Gedränge, wovon die junge Frau unwohl geworden, ſagen Ei⸗ nige; Andere denken, und unzweifelhaft richtiger, daß das Uebel der Unbekannten zu heftig erſchienen, als daß es nur eine ſo einfache Veranlaſſung haben ſollte. Vielleicht ſagen ſie, hat die junge Frau unter den