zugleich als einen Gegenſtand ihrer Verachtung betrach⸗ ten, und weder Theil an ſeinem Kummer nehmen, noch ein Wort an ihn verlieren, verlebt Adeline ruhig ihre Tage auf Guiloots Meierhofe. Sie ſieht ihre Tochter heranwachſen, die ſchon einige ihr allein verſtändliche Worte ſtammelt. Jakob, immer voll Eifer und Muth, übernimmt die härteſten Arbeiten und macht ſich ein Vergnügen daraus. Des Abends bleibt er bei Adeline; er nimmt die Kleine auf den Schooß und läßt ſie bei einem militäriſchen Liede tan⸗ zen. Ein Jedes liebt den Bruder Jakob, und ſo wird er jetzt auch im Dorfe genannt, ſeitdem man weiß, daß er Madame Murville's Schwager iſt. Die Pachtersleute ſind ſtolz darauf, unter ihrem länd⸗ lichen Dache eine Frau wie Adeline und einen recht⸗ lichen Mann wie Jakob zu beſitzen.
Dieſes friedliche Leben ſollte jedoch nicht fort⸗ dauern. Eine Reiſe Sansſouci's nach Paris ſollte eine große Veränderung darin berbeiführen. Der Kamerad Jakobs geht eines Tages mit geheimen Aufträgen hinſichtlich Eduards von Adelinen und ihrem Schwager verſehen, nach Paris.
Bisher hatte Sansſouci noch nie etwas über Mur⸗ ville erfahren können; aber ein unglücklicher Zufall will es, daß er diesmal einem Freunde begegnet, den er ſeit vielen Jahren nicht geſehen hat. Dieſer Freund iſt, nachdem er mehre Erwerbszweige ergrif⸗ fen hatte, endlich Bote bei der Conciergerie geworden. Er iſt es, der von den Gefangenen, die noch mit der menſchlichen Geſellſchaft verkehren dürfen, zu


