114 eine Quelle des Scherzes und Spottes für ſeine Mit⸗ gefangenen.
Bei Tage haben die Gefangenen die Erlaubniß, auf einem großen Hofe einherzugehen; Eduard folgt ſeinen Kameraden nicht dahin, um einige Augen⸗ blicke allein und ungeſtört ſeinem Schmerz freien Lauf laſſen zu können. Er bekömmt keinen Beſuch, hat keine Freunde mehr; ſeine früheren Spießgeſel⸗ len des Vergnügens und der Luſt erinnern ſich ſeiner
nicht mehr, und doch werden die übrigen Gefangen)en
faſt täglich von ihren luftigen Collegen heimgeſucht; aber Eduard ſteht auch bei allen im Rufe eines ſchwa⸗ chen und kindiſchen Tropfs, und Menſchen von ſolchem Schlage ſind in ihren Augen gar nichts werth; die kleinſte Widerwärtigkeit entmuthigt ſie, und die Fei⸗ gen werden von den Verbrechern ebenſoſehr verachtet, † als ſie von rechtlichen Leuten mit Geringſchätzung behandelt werden.
Die Erinnerung an Adeline und ſeine Tochter ſchwebt jetzt Eduards Gedächtniß vor... im Un⸗ glücke gedenkt man ij gionders derer, die uns wahr⸗ haft geliebt haben. und Kind hat er verſtoßen und verlaſſen, ohne 3 en, ob es ihnen möglich ſein wird, ihr Leben zu en, aber dennoch iſt er überzeugt, daß Adeline ihm zu Hülfe eilen, ihm ihren Troſt bringen und ihre Thränen mit den ſeinigen miſchen würde, wenn ſie ihn hier im Gefängniß ver⸗ muthen könnte. Ungeachtet alles Unrechts, was er ihr angethan, weiß er doch, daß ihr Herz noch für ihn ſchlägt.


