Die gewöhnliche Abendgeſellſchaft der Frau von Geran bleibt nicht lange aus. Iſt ſie auch nicht ſehr gewählt, ſo iſt ſie doch ſehr zahlreich: ruinirte Mar⸗ quis, Edelleute ohne Güter, Eigenthümer ohne Grund⸗ beſitz, Glücksritter, Geſchäftsleute wie Eduard, alle Spieler oder Intriguants; einige junge Leute, die nichts mehr zu verlieren haben, und Schwachköpfe, die in anſtändiger Geſellſchaft zu ſein glauben. Dar⸗ aus beſtehen die Männer, und die Damen ſind jener Herren würdig; alte Kupplerinnen, Zwiſchenträgerin⸗ nen, galante Frauen, in allen Spielhäuſern zu Hauſe, wo Damen Aufnahme finden. Das iſt alſo der Zirkel der Frau von Geran, in welchem man auf äußern Anſtand, vornehmen Anſtrich, feine Manieren und ſtreng gewählte Sprache hält, jedoch ſogleich gemein wird und Toilette nebſt eingebildetem Rang vergißt, ſobald die Leidenſchaften rege werden.
Frau von Geran gibt einen Punſch; dies iſt die feine Manier, die Herren für Spiel und Damen leidenſchaftlich zu machen. Die durch Cognac erhitzte
Phantaſie findet die veraltetſten und verlebteſten Schön⸗
heiten reizend; die Gläſer klingen, die Köpfe werden ausgelaſſen, man ſpielt hoch, die Hitze iſt erdrückend, die Damen nehmen ihre Shawls ab; das Auge eines hinter dem Stuhl einer Spielenden ſtehenden Natur⸗ forſchers vertieft ſich in ihre Schönheit, er bewundert ihren zarten Buſen, ihre weißen Schultern, und ſein irrender Blick erräth das Wenige, was man ihm ver⸗ birgt. Wie kann man da der Schönen, die ſich um⸗
dreht und fünfundzwanzig Louisd'ors zu entlehnen
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