weiß wohl, daß ſich dies Gefühl nicht erzwingen läßt, ſondern um ihm Dufresne in ſeinem wahren Lichte zu zeigen. Eduard hört nicht auf ſie und glaubt nichts von den elenden Streichen ſeines Bruders; Adeline denkt aber an Madame Dolban und hofft, ſie werde gerne bereit ſein, in einem zweiten Briefe alle die Nichtswürdigkeiten ſeines falſchen Freundes zu ſchil⸗ dern. 3
Für die Ehre, für den Ruf ihres Mannes unter⸗ nimmt ſie dieſen letzten Verſuch, der ſie zwar nicht
wieder glücklich machen, aber doch die Zukunft Eduards
ſicher ſtellen kann.
Die junge Frau begibt ſich nach der Wohnung der Madame Dolban, und fragt den Portier, ob ſie zu ſprechen ſei.—„Sie kommen zu ſpät, Madame, antwortet dieſer, Madame Dolban iſt ſeit vier Tagen todt!— Todt? Vor neun Tagen erhielt ich ja noch einen Brief von ihr!— Ach, mein Gott, Ma⸗ dame, ſo geht's in der Welt! Heftiges Fieber, furcht⸗ bare Koliken... was weiß ich's, da war es denn bald geſchehen.“
„So iſt denn Alles verloren, ſagt Adeline, indem ſte ſich entfernte, keine Hoffnung vorhanden, Eduard zu überzeugen! Dufresne wird triumphiren, ihn in den Abgrund zu ſtürzen!“
Durch dieſes neue Unglück ganz entmuthigt, be⸗ ſchleunigt Adeline ihre Abreiſe von Paris; ſie fährt nach Villeneuve⸗Saint⸗George ab, und, allein im
Wagen, ihr Kind auf dem Schooße, vergleicht ſie dieſe Reiſe mit der des vorigen Jahres, und weint
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