Teil eines Werkes 
3. Th. (1844)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

14

blaß und entſtellt, ſeufzt und beklagt ſie, denn ſie denkt, daß das Betragen ihres Mannes die Urſache 1 ihres Kummers ſei. Die Diener ſind die erſten Richter

ihrer Herrſchaft; ſie ſehen Alles, nichts entgeht ihnen; b

es gibt keine Helden und wenig treue Ehemänner vor

ihren Kammerdienern. Iſt Madame die Naiht krank geweſen? fragt* endlich Marie halblaut. Nein, nein, ich habe nichts gehabt, antwortet Adeline erröthend, verhüllt ihr Geſicht mit dem Taſchentuch und bemüht ſich, ihr Schluchzen zurückzuhalten. Eil erwidert das gute Mädchen, Madame haben ſehr Unrecht, ſich ſo zu kümmern... ach, mein Gott!... die Männer ſind alle ſo... ſie haben einen Hang zur Zerſtreuung... man kann ſie daran nicht hindern! aber das gibt ſich . und Madame ſind ſo gut, daß... Laß mich. Das Mädchen will gehen, Adeline ruft ſie aber zurück.Marie, iſt heute Nacht jemand Fremdes im Hauſe geweſen?. Ein Fremder... heute Nacht.. ſie ſieht ihre Herrin mit Verwunderung an und kann ſich die Frage nicht erklären. Ja, ja, haſt Du klopfen hören... hat man Geräuſch bemerkt 2 Des Nachts klopfen, das hätten nur der Herr ſein können, aber ſie waren ja nicht zu Hauſe; Gott ſei Dank, es iſ Alles ruhig geweſen, und wir haben Alle gut ge⸗ ſchlafen; es iſt kein Wunder; nach der ſchlafloſen Nacht von vorgeſtern waren wir noch müde genug. Adeline, etwas beruhigter, ſchickt ihr Stuben⸗ mädchen fort; ſie iſt nun wenigſtens ſicher, daß ihrt Entehrung ein Geheimniß geblieben; ſie geht zu ihrer