—
7
zu legen, das in irgend einer Beziehung mit ihrem Geliebten ſteht; tanzt man, ſo hat ſie Furcht, mit dem zu tanzen, den ſie anbetet, und iſt untröſtlich, wenn er eine Andere zum Tanz auffordert. Arme Kleine!... wenn du nicht liebteſt... er nicht zu⸗ gegen wäre, würdeſt du graziös, ungezwungen und heiter ſein, auch wäreſt du ohne Zweifel dann bei weitem reizender und verführeriſcher, und deine mit⸗ leidigen Freundinnen würden ſich nicht über dein lin⸗ kiſches Benehmen, deine Unbeholfenheit luſtig machen.
An einem jungen Manne iſt es noch ſchlimmer, denn die Schüchternheit und Verlegenheit geben einem jungen Mädchen immer noch einen gewiſſen Anſtrich der Unſchuld und Sanftmuth, wodurch es dennoch gefällt; wenn aber ein junger Mann ſich ſchmollend in einen Winkel ſetzt, ſobald die Geliebte ſeines Her⸗ zens ihn nicht zärtlich genug angeſehen hat, wenn er neben ihr ſitzt und ſeufzt ohne zu reden, wenn er kein Wort hervorbringen kann, ſobald ein günſtiger Augenblick da iſt, ihr ſeine Erklärung zu machen, ſo iſt das nichts weniger als liebenswürdig; in der Geſellſchaft lacht man darüber, und diejenige, welche die Urſache ſeiner Mißgriffe iſt, ſpottet vielleicht zu⸗ erſt darüber. Statt deſſen triumphirt der Leichtſinnige, der nichts liebt und nichts fühlt, dem es ein Ver⸗ gnügen iſt, mit den Frauen ſein Spiel zu treiben, der das zartere Gefühl, ausdauernde Liebe lächerlich
macht, mit einem Wort ein Windbeutel in einem
Tage über die, für die der blöde und gefühlvolle Liebhaber vielleicht Jahre lang vergebens geſchmachtet


