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Lächeln, ein Blick macht ſie verliebt, und darin glei⸗ chen ihnen oft die geiſtreichſten Männer! Eine kluge Frau geht, wenn ſie nicht liebt, umſichtig zu Werke; und erſt dann, wenn ſie gewiß weiß, befehlen zu können, begünſtigt ſie ihre Anbeter. Bei einem Wüſt⸗ ling, einem Libertin würde Frau von Geran wenig vermocht haben, aber bei einem Ehemann, der ſeit⸗ her ſeine Fran ganz allein geliebt hat, muß eine Kokette ohne Mühe ihren Zweck erreichen!... Deß⸗ halb ſollte eine verſtändige Frau immer lieber einen in der Liebe erfahrenen Mann heirathen, denn dieſer iſt doch vor Verführungen ſicher.
Es iſt ausgemacht, um verliebt zu werden, braucht man es gerade nicht ſelbſt zu ſein, ſondern es nur zu ſcheinen; die wahre Liebe macht furchtſam, linkiſch, blöde und ungeſchickt; wie kann man dabei gefallen. Das unſchuldige, junge Mädchen, die in Geſellſchaft von Anderen das Ideal ihres Herzens ins Zimmer treten ſieht, wird plötzlich verlegen, nach⸗ denkend, zerſtreut, Röthe überfliegt ihr Geſicht; man redet ſie an, aber ſie antwortet verkehrt; ſie wagt nicht die Augen aufzuſchlagen, ſie iſt voll Bangig⸗ keit, daß man ihr Inneres errathe und glaubt, ein jeder durchſchaue ſie und wiſſe um ihr Geheimniß. Sprechen zwei Perſonen miteinander, ſo bildet ſie ſich ein, es ſei von ihr die Rede. Die kleinſte Veran⸗ laſſung vermehrt ihre Verlegenheit; iſt ſie muſikaliſch und man führt ſie zum Fortepiano, ſo wird ſie gewiß nicht mit der gewohnten Fertigkeit ſpielen; ſie be⸗ fürchtet zu viel Gewicht auf dieſes oder jenes Wort


