Erſtes Kapitel.
Die Leidenſchaft macht ſchnelle Fortſchritte, wenn man ſie nicht bekämpft.
Eduard hatte von Dufresne 100,000 Franken er⸗ halten, was nur der Betrag der Hälfte aus den er⸗ lösten Papieren war; aber Dufresne, der einen Theil des Geldes für ſich behalten wollte, ſagte, er habe nicht die ſämmtlichen Kapitalien verwerthet, weil er in einigen Tagen einen noch beſſeren Cours zu be⸗ nützen hoffe. Der leichtſinnige Murville verließ ſich ganz auf ſeinen Freund und bat ihn, das ganze Ge⸗ ſchäft dann zu beendigen, wenn er es am zweckmäßig⸗ ſten finden würde. Ganz von ſeiner neuen Liebe ein⸗ genommen, hatte ſich Eduard, der ſein Haus, ſeine Frau und ſein Kind vernachläſſigte, zur Frau von Geran begeben, wo er die ſogenannte Wittwe, deren Reize ſeine Einbildungskraft ſo ſehr erhitzt hatten, allein in ihrem Ankleidezimmer antraf. So ein T6te- à-téte iſt ſchon eine beſondere Gunſt. Die Kokette weiß all ihre Grazie zu entfalten, all ihre körperlichen und geiſtigen Vorzüge möglichſt herauszuheben, um der Eroberung des jungen Geſchäftsmanns ſich zu verſichern. Sie erreicht ihren Zweck leicht, denn ſchwache Menſchen laſſen ſich leicht verführen. Ein


