Leidenſchaft hatte mich lange Zeit verblendet; jetzt aber kann ich an der abſcheulichen Wahrheit nicht mehr zweifeln. Dieſer Dufresne iſt ein Schurke und jeder Ehrloſigkeit fähig... Ich habe nur zu viele Beweiſe von der Niederträchtigkeit ſeines Charakters. Er hat mich von allem entblößt, was ich beſaß; aber ich beklage weniger den Verluſt meines Ver⸗ mögens, als von ihm ſo ſchändlich betrogen worden zu ſein. Spiel, Ausſchweifung, kurz alle Laſter liebt er und verſteht ſich auf die Kunſt, ſeine niedrigen Leidenſchaften zu verbergen. Ich wage nicht alles zu ſagen, was ich weiß, aber ich beſchwöre Sie, ohne Aufſchub die Verbindung, in der er mit Ihrem Manne ſteht, abzubrechen, oder fürchten ſie alles von den Rathſchlägen eines Ungeheuers, dem nichts heilig iſt. Wittwe Dolban.“
Adeline ſchaudert, ihre Seele iſt von Schrecken ergriffen, ſie liest die unglücklichen Zeilen noch ein⸗ mal, erhebt ihre mit Thränen erfüllten ſchönen Augen zum Himmel und klagt:„Das iſt alſo der Mann, wegen deſſen Eduard ſich mit meiner Mutter entzweit hat, der ſein Rathgeber, ſein Vertrauter, ſein Freund iſt! O Gott! welche Zukunft ſteht mir bevor! wie kann ich dem Uebel vorbeugen? Mein Mann hört nicht auf mich, verwirft meinen Rath, iſt taub für meine Bitten... Aber meine Thränen werden ihn erwheichen.„Nein, Eduard hat kein ſchlechtes Herz, er liebt mich noch, e er wird ſeine Adeline nicht von ſich ſtoßen; ich werde ihn im Namen unſers Kindes


