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101 Sache.— Ich bin ganz der Eurige, redet!— Lieber Freund! ich liebe Frau von Geran zum Wahnſinnig⸗ werden.— Wäre es möglich, und Ihr kennt ſie erſt ſeit geſtern!— Die Zeit genügte, um ſie anzubeten; was wollt Ihr, man iſt ja nicht Herr über ſich ſelbſt... es iſt eine Caprice, eint Schwäche!... aber ich ver⸗ liere den Kopf darüber.— Ihr, Murville, ſonſt ſo vernünftig!... und verheirathet!...— Ach, lieber Freund! ſind die Ehemänner beſſer als die Jungge⸗ ſellen! Ihr wißt das veſſer als ich, man kann nicht immer für ſeine Frau leben.— Wenn nun die Eurige wie Ihr dächte?— O! von der Seite habe ich nichts zu fürchten, meine Frau iſt die Tugend ſelbſt; ſie kennt ihre Pflichten; mit einer Frau iſt es auch etwas Anderes.— Ja, was die Folgen betrifft, denn in
moraliſcher Hinſicht und ſelbſt nach dem Geſetz der
Natur, glaube ich, iſt der Fehler durchaus gleich.— Ihr ſpaßt, ubrigens ſind die Folgen nicht allein. Mit dem öffentlichen Schein iſt es zweierlei. Wird man eine Frau verſpotten, deren Mann einer Andern den
Hof macht? Nein, man wird nichts darüber ſagen,
weil man das gewöhnlich findet; aber wenn eine Frau ihren Mann betrügt?— Das i*ſt auch ſehr gewöhn⸗ lich.— Und demungeachtet ſpottet man über den armen Ehemann und deutet mit Fingern auf ihn 2... Ueberdies, was kann für ein Unglück aus der Untreue eines Ehemannes entſtehen? Keines? Die Schönen, die ihn erhört haben, werden ſich deſſen nicht überall rühmen. Mit einer Frau iſt es was anders. Ihre Anbeter ſchaden immer ihrem Ruf, ſei es durch Worte


