97 hinaus, und Adeline erzählt jetzt ihrem Manne die mit Dufresne ſtattgehabte Unterredung.
Anfangs hört Eduard gleichgültig zu, aber in Bälde malen ſich Unzufriedenheit und Ungeduld auf ſeinem Geſichte.
„Nun, mein Lieber! ſchließt Adeline ihre Erzäh⸗ lung, was denkſt Du jetzt von Deinem aufrichtigen Freunde?— Ich denke... ich denke, daß Du aus einer Kleinigkeit ein Verbrechen, aus einer Fliege einen Elephanten machſt!— Was, lieber Freund!— Ja, ja, wie ich ſage... einer Frau eine Liebeser⸗ klärung!... mein Gott, iſt denn das ſo etwas Sel⸗ tenes, braucht man davon ſo viel Aufhebens zu machen? Alle Tage geſchieht ſo etwas, und die Frauen legen nicht mehr Gewicht darauf als die Sache verdient! Aber Du biſt wegen eines Wortes gleich außer Dir!... eine einfache Galanterie ſcheint Dir ſchon ein Verſuch zur Verführung!... So muß man die Sache gar nicht betrachten!... Ja, aber ich kenne Dich, Du magſt Dufresne nicht leiden, ja, Du haſſeſt ihn. Seit langer Zeit ſchon wünſcheſt Du ihm in
meinen Augen zu ſchaden und ergreifſt nun dieſe Ge⸗
legenheit zur Erreichung Deines Zwecks; aber ich ſage
Dir, das Spiel ſoll Dir nicht gelingen.— Iſt's
möglich, Eduard, mich klagſt Du an, mich hältſt Du
für fähig, Dich zu hintergehen?— Oder hintergangen
zu werden; wer ſteht Dir dafür, daß Dufresne ſich
nicht den kleinen Spaß in der Abſicht gemacht hat,
um ſich über Dich aufzuhalten und ſich an Dir zu
rächen, da er Deinen Haß ſehr wohl bemerkt.— Und Paul de Kock. XX. 7


