— 91 1 eine Erfriſchung holen.— O! nein, Madame, bleiben Sie, ich bitte; Ihre Gegenwart iſt Alles, was ich wünſche.“
Dufresne hat Adelinens Hand ergriffen, und dieſe, über deſſen ſonderbaren Ton und das Feuer in ſeinen Augen erſtaunt, weiß nicht, was ſie antworten ſoll
3 und bleibt verlegen vor ihm ſtehen. Dufresne drückt ihre Hand an ſich, Adeline zieht ſie aber erſchrocken ſogleich zurück und will ſich entfernen, er aber tritt ihr in den Weg.„Was wollen Sie von mir? fragt ſie mit zitternder Stimme und voll Schrecken.— Daß Sie mich anhören, Madame.— Was haben
Sie mir denn Heimliches zu ſagen, wir können das ebenſowohl im Saale abmachen.— Nein, Madame, hier, hier! Ach, ſeit lange ſehne ich mich nach dieſem Augenblick, aber ich fühle es, länger kann ich das Feuer nicht beſchwichtigen, das mich perzehrt; nein, ich bin nicht mehr Herr über mich, ſo viel Reize zu bewundern, ohne Ihnen meine Leidenſchaft zu geſtehen. — Was ſagen Sie? Herr Düfresne?— Daß ich Sie liebe, daß ich Sie anbete, ſchöne Adeline... und daß Sie mein werden müſſen!— O Himmel! was muß ich hören!— Erfahren Sie endlich, daß
Sie ſeit dem Augenblick, wo ich Sie zuerſt ſah, der Gegenſtand aller meiner Gedanken und Wünſche, der Zweck aller meiner Handlungen waren; ich habe die Bekanntſchaft der Madame Dolban bloß benützt, um
bei Ihnen eingeführt zu werden; dieſe Hoffnung und die, Ihnen zu gefallen, haben mich allein ſeit dem
. Tage Ihrer Verheirathung vor Verzweiflung bewahrt.


