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längſt zurückgehaltene Leidenſchaft hat deßhalb nur an Stärke gewonnen; das Feuer, das in ihm lodert, ſoll alles entzünden, wenn es losbricht. Aber wer iſt denn dieſer geheimnißvolle Mann, deſſen Liebe uns bisher noch verborgen war, wer iſt es?.. Du kennſt ihn, lieber Leſer, und ich ſtehe dafür, du haſt ihn ſchon errathen.
Eduard beſchäftigt ſich mehr als je mit ſeinen Handelsprojekten, wovon er nichts verſteht, die ihm aber deßhalb nicht weniger verführeriſch erſcheinen. Er miethet ein elegantes Hotel, ein modiſches Ca⸗ briolet; kauft prächtige Möbel, richtet ſich ein ſchö⸗ nes Arbeitsbüreau ein, was von allen Seiten mit Repoſitorien verſehen iſt, worauf ſauber beſchriebene Cartons ſtehen, die freilich noch leer ſind, aber bald in Folge überhäufter Geſchäfte voll ſein werden. In ihrer Erwartung nimmt er bereits einen Commis an, der ſeine Zeit mit Zeitungleſen und Federſchnei⸗
den zubringt.
Adeline wird in die neue Wohnung eingeführt. Sie betrachtet Alles, ſeufzt und ſchweigt. Madame Germeuil dagegen bricht in Vorwürfe aus und be⸗ reitet ihrem Schwiegerſohn eine ſehr heftige Scene. Sie prophezeiht ihm, daß er ſich an den Bettelſtab bringen werde, Eduard wird beleidigend und aus⸗ fahrend, und ein völliger Bruch iſt die Folge davon. Madame Germeuil verläßt ihren Schwiegerſohn mit dem Schwur, ihn nie wieder zu ſehen; ſie bleibt unerbittlich bei den Thränen ihrer Tochter, Thränen, welche die gute Mutter im Grunde ihres Herzens


