3 3 64 unzweifelhaft ſeit längerer Zeit!... aber, lieber
Eduard, ſeit acht Tagen erſt haſt Du ihn geſehen, denn Deinen Hochzeittag können wir nicht rechnen,
da konnteſt Du nur zu wenig auf ihn Acht geben.—
O, gewiß, ſagt Adeline ſeufzend, an jenem Tage dachte er nur an mich...— Meine Damen, Sie ſind ſonderbar! gehört denn ſo viel Zeit dazu, Je⸗ mand kennen zu lernen und zu beurtheilen? Ich halte zwei Tage dazu für genug. Was ſollte übrigens Du⸗ fresne für ein Intereſſe haben, ſich uns anders zu zeigen, als er iſt?... Er bedarf unſerer Dienſte nicht, und Sie wiſſen, in der Welt herrſcht nur das
Intereſſe; aber wo das nicht iſt, warum ſich da 1
Zwang anthun? Dufresne hat Vermögen, macht gute Geſchäfte.— Was für Geſchäfte?— Hal. Ge⸗ ſchäfte an der Börſe, Handelsſpekulationen, kurz, ſehr brillante Geſchäfte, wie er mir ſagt.— Hat er ein Comptoir, ein Bureau, ein Amt, iſt er Advokat,
Agent?— Nein!... nein!... aber man hat das
alles jetzt nicht nöthig, um Geld zu verdienen... Ueberdies, meine Damen, erlauben Sie mir die Be⸗ merkung, daß Sie von derlei ernſten Dingen nichts verſtehen.— In der That, lieber Freund, Du biſt ſehr artig!... Und warum glaubſt Du denn, daß wir nicht eben ſo gut, als die Männer, es zu beur⸗ theilen verſtehen, was uns nützlich ſein kann oder nicht?— Weil Ihr nicht dazu erzogen ſeid!“ „Lieber Freund, erwidert Madame Germeuil, Er⸗
ziehung gibt uns weder Geiſt noch Urtheil. Glaube mir, eine Frau kann ſehr guten Nath ertheilen, und


