141 wurden. Der Lärmen ſchien aus dem Zimmer unter uns zu kommen; wir hörten mehre Stimmen und unter andern auch die des Wirths, der Clairette rief und Licht begehrte.
Was nun beginnen? wohin mich verbergen, wenn der Wirth vielleicht heraufkäme? In Clairettens Kammer war dazu nichts vorhanden. Das junge Mädchen ſtößt mich hinaus und bittet mich, ſie vor der Wuth ihres Herrn zu bewahren, der keinen Spaß verſtehe. Während ſie ihr Licht auslöſcht und thut, als ob ſie von Neuem Feuer ſchlüge, gehe ich hin⸗ unter, ohne zu wiſſen, wie ich mich weiter benehmen werde. Kaum bin ich auf der zweiten Etage, ſo faßt mich Jemand beim Arm und ſagt mir ins Ohr: „Spiele den Nachtwandler; ich habe die Kolik gehabt und in der Noth eine Terrine mit Gelee ergriffen. Fürchte nichts, ich helfe Dir aus der Verlegenheit.“
Ich erkannte die Stimme meines Reiſegefährten und bekam wiederum Muth. Der Gaſtwirth, unge⸗ duldig, weil er kein Licht bekam, ſtieg jetzt nach Clairettens Zimmer hinauf, die noch ohne Zunder Feuer ſchlug. Endlich kommt er mit zwei brennenden Lichtern wieder herunter und bemerkt mich, als er eben in ſein Zimmer gehen will, wie ich in Hemd und Hoſen ernſten Schrittes auf der Hausflur auf und abgehe.
„Was ſoll das heißen? frug er, mich voll Schrecken und Staunen anglotzend... Was machen Sie da, mein Herr!... was ſuchen Sie hier, nackt, mitten in der Nacht? Waren Sie es, der in mein Zimmer


