Teil eines Werkes 
2. Th. (1843)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

9

Sie ging wieder hinaus und ich that, was ich konnte, um die Mahlzeit zu beeilen, aber mein Kame⸗ rad, der nicht verliebt war, ergab ſich mit Wohl⸗ behagen den Tafelfreuden; er ſchmunzelte bei jedem Gericht und ſpottete über meinen geringen Appetit; indeſſen dachte er entfernt nicht daran, den Grund meiner unruhigen Haſt zu argwöhnen.

Das Abendeſſen war endlich verzehrt, und, wir entfernten uns in das Schlafzimmer, wo unſere Betten dicht neben einander ſtanden. Ich machte mich ſchnell in mein Bett hinein, und legte meine Beinkleider auf meine Füße, um ſie leicht wieder finden zu können. Endlich entſchloß ſich auch mein kleiner Reiſegefährte, ſich zu Bett zu legen, nachdem er mindeſtens ein Dutzend Mal im Zimmer auf und abgegangen war, und bei ſeinen Schachteln und Flaſchen gekramt und mich dadurch faſt in Verzweiflung gebracht hatte; ich erwartete ſein Niederlegen wie das Zeichen meines Glücks, denn ich wußte, daß er, wenn er kaum lag, ſchon wie eine Ratze ſchlief.

Endlich iſt der lang erſehnte Augenblick gekommen, mein College liegt im Bett, ich überzeuge mich, daß er ſchnarcht, ſtehe auf, ziehe meine Hoſen an und laufe, ohne mir Zeit zum Schuhanziehen zu nehmen, zur Thüre, öffne ſie leiſe und befinde mich auf der Treppe. Ich ging auf den Zehen und hielt den Athem an, ſo ſehr fürchtete ich, die Leute im Gaſthofe auf⸗ zuwecken. Endlich befinde ich mich oben, an dem be⸗ zeichneten Orte, ich höre leiſe huſten, und mein Herz ſagt mir, dies ſei Clairette. In der That bemerke