104 dünn und gezogen zu machen; er erzeugt üble Laune, indem er auf der Haut eine Maſſe Puſteln und Ge⸗ ſchwüre von verſchiedener Größe hervorbringt, und macht einen ſo ſtinkenden Athem, daß die Fliegen auf zehn Schritte Entfernung umfallen möchten. Ihr könnt nun leicht denken, daß der, welcher mit der Perſon umgeht, die meinen Trank gebraucht, ihr leicht untreu wird, da ſie nichts Liebenswürdiges mehr an ſich hat, und von dem Augenblick entdeckter Untreue an wird ſie natürlich ſo eiferſüchtig wie ein Dämon!... und noch dazu bleibt ſie es das ganze Leben hindurch, denn ſie mag thun, was ſie will, ſie wird es nie wieder dahin bringen, Liebe einzuflößen. Nun, was ſagt Ihr dazu?... Welch' eine Berechnung, welche Tiefe des Gedankens, welche Kenntniß von den Lei⸗ denſchaften und ihren Wirkungen!.. Ja, aber ſo ſind die Menſchen, von dieſem Trank verkaufe ich weit weniger als von dem andern; es iſt ſogar ſelten, daß ein und dieſelbe Perſon zweimal davon nimmt. „Was dieſen letzten Trank anbelangt, wozu ich hier das Klettenkraut ſchabe, ſo dient er dazu, Wuth, Haß, Zwietracht zu erregen; er verfehlt ſeinen Zweck niemals und beſteht aus Manna, Rhabarber, Wein⸗ eſſig, Terpentin und Kakao, was Alles mit dem Klettenkraut zu einem Syrup eingekocht wird. Dieſe zugleich verſtopfende und erweichende Miſchung macht Kolik und Migräne; hat man aber Schmerzen im Kopf und im Leibe, ſo iſt man natürlich böſer Laune, geräth leicht in Wuth und hadert mit Jedermann, beſonders wenn die Schmerzen im Zunehmen ſind.
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