Teil eines Werkes 
1. Th. (1843)
Entstehung
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10⁵5 Ich glaube, daß das auch ganz nett ausſtudirt iſt, und daß mein Takt und Scharfſinn dazu gehörte, um die verſchiedenen menſchlichen Leidenſchaften auf ge⸗ ſchickte Weiſe hervorzurufen.

Ich hörte meinem Meiſter mit Aufmerkſamkeit zu und frug ihn, als er ſein Geſpräch geendigt hatte, ob er vielleicht Luſt habe, an mir mit ſeinen Tränken Verſuche zu machen; allein er antwortete, daß dies ganz und gar nicht ſeine Abſicht ſei, und dieſe Zu⸗ ſicherung gab mir meine frohe Laune wieder, denn um keinen Preis der Welt hätte ich von den Zauber⸗ tränken des Meiſter Gravyraicus koſten mögen.

Ich habe Euch jetzt nur noch zu zeigen, fing er wieder an, wie die Pillen zubereitet werden; das iſt ſehr leicht, ich mache ſie alle von Brodkrume und beſtreue ſie nachher mit verſchiedenem Pulver, um ihnen verſchiedene Farben zu geben. Und wogegen braucht man ſie denn? Um alle Krankheiten zu heilen. Wie! Ihr kurirt mit Brodkrume? Ja, ſehr oft, denn viele Krankheiten liegen nur in der

Einbildung, und wenn der Kranke glaubt, ein unfehl⸗

bares Mittel zu nehmen, ſo bildet er ſich ein, daß es ihm hilft, und gerade dieſe Ueberzeugung iſt's, die ihn heilt, nicht aber meine Pillen. Sie ſchaden wenigſtens nichts, und das iſt immerhin ſchon etwas. An Ammen und alte Frauen verkaufe ich ausneh⸗ mend viel.