Teil eines Werkes 
1. Th. (1843)
Entstehung
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Mein liebes Freundchen! ein Jeder in der Welt, wenn er nicht reich geboren iſt, ſucht Geld zu ver⸗ dienen und ſein Glück zu machen; und man ſieht ſogar Millionäre ſpekuliren, Kapitaliſten große Unter⸗ nehmungen machen und reiche Edelleute vortheilhafte Verbindungen ſchließen, um den Glanz ihres Hauſes zu erhöhen. Ich, der ich weder von Adel, noch Kapi⸗ taliſt, ja nicht einmal Kaufmann bin und auch keine Hoffnung habe, das eine oder das andere zu werden, habe lange hin und her geſonnen, durch welches Mittel ich, wenn auch kein bedeutendes Vermögen ſammeln, doch angenehm leben könne. Endlich fand ich ein ſolches Mittel! mit einigem Verſtand lernt man die Menſchen bald kennen. Ich habe ihre Neigungen, ihren Charakter ſtudirt!... ich fand bald, daß mit ein bischen Schlauheit man das arme Menſchenge⸗ ſchlecht leicht für Narren halten könne; daß es nur darauf ankomme, es bei ſeiner ſchwachen Seite anzu⸗ greifen, und dieſe mit einigem Takt und Scharfſinn leicht aufzufinden ſei. Ah, Ihr habt alſo Takt und Scharfſinn, ſagte ich zu meinem Begleiter, indem ich mit einigen Nadeln, die ich auf dem Mantelſack zwi⸗ ſchen uns fand, unſern armen Gaul in die Weichen, ſtach. Ja, Freundchen, ich rühme mich deſſen. Und warum läuft denn Euer Pferd jetzt ſo raſch? Weil ich ſo eben mit der Peitſche geknallt habe und es merkt, daß es bald in den Stall kommen wird. Schon recht! ich ſehe, daß Ihr Takt habt. Nun, fahrt nur fort, ich höre zu.

Alſo, indem ich den Leidenſchaften ſchmeichle, Paul de Kock. XIX. 7