Teil eines Werkes 
1. Th. (1843)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

77

Bei dieſen Worten öffnet Eduard das Thor, denn er iſt neugierig, die ganze Figur des Fremden zu ſehen. Der Unbekannte ſcheint von Eduards Aner⸗ bieten überraſcht, läßt ſich aber nicht zweimal ein⸗ laden und tritt durch die geöffnete Thüre in den Garten.

Murville erblickt einen Mann von hoher Geſtalt mit einem alten, blauen, bis zum Kinne zugeknöpſten Ueberrock, ſchwarzen, abgenutzten Siefeln und einem ſchlechten, dreieckigen Hut in der Hand.

Beim Anblick dieſer ſonderbaren Geſtalt, der bleichen Geſichtsfarbe, dem langen Bart und dem ſchlechten Anzuge, der nur Elend und Unglück ver⸗ räth, denkt Eduard an den Argwohn ſeiner Schwieger⸗ mutter und ein Gefühl des Mißtrauens bemeiſtert ſich ſeiner.

Der Fremde geht im Garten umher, bleibt bald vor einem Gebüſch, bald vor einem alten Baume ſtehen und ſcheint dabei gar nicht daran zu denken, daß er nicht allein iſt.

Potz Tauſend, denkt Eduard, ich bin nicht umſonſt gefällig geweſen, ich muß wiſſen, wer dieſer Menſch iſt und was ihn hier intereſſirt... Wenn er nicht ſpricht, ſo werde ich ein Geſpräch mit ihm anknüpfen; er muß mir Antwort geben.

Der Fremde ſetzt ſich auf eine Raſenbank, von wo aus man die Facade des Hauſes erblickt, und Eduard ſetzt ſich zu ihm.

Ach, verzeihen Sie, fängt der Unbekannte an, aus ſeinem Nachdenken auffahrend, ich habe noch nicht

X