Teil eines Werkes 
1. Th. (1843)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

48

Madame Germeuil und ihre Kinder wußten nicht, was ſie von dem Gehörten denken ſollten, als die Thüre des Nebengemachs aufging, und ein kleines, hageres, gelbes, runzliges Männchen in Schlafrock und Nachtmütze erſchien, und ſie mit gezwungen freund⸗ licher Miene begrüßte.

„Wir wünſchen Ihr Haus zu beſehen, ſagt Eduard, mir iſt es zwar nicht fremd, aber die Damen möch⸗ ten es gern kennen lernen.— Es iſt doch ſonderbar, erwidert der kleine Herr, ſeinen Diener anſehend, ein Jeder kennt mein Haus!... und Ihre Abſicht iſt, es zu kaufen?— Ei freilich! wenn der Preis an⸗ nehmbar iſt.— Nun, ſo werde ich Sie ſelbſt herum⸗ führen.“

„Welch ein Original, ſagte Adeline leiſe zu ihrem Mann, ich wette, es iſt ein alter Wucherer, der ſich hieher zurückgezogen hat, und nun dem Wunſch nicht länger widerſtehen kann, aufs Neue ſeinen Handel in der Stadt zu treiben.“

Man beſieht das Haus vom Keller bis zur Bühne, der kleine Herr läßt nichts unbeachtet, und Eduard, froh, ſein Vaterhaus wieder zu ſehen, hört ge⸗ duldig alle Lobeserhebungen des Beſitzers an. Von Zeit zu Zeit ſagte er lächelnd zu ſeiner Frau beim Eintritt in jedes Zimmer:„Ja, ja! das iſt die Stube... dort das Kabinet... hier ſind noch die alten Wandſchränke.“... Und dabei ſchaut der alte Herr ſeinen Diener an; beide ſcheinen ſich zu ver⸗ ſtehen.

„Sie haben alſo früher ſchon hier gewohnt?

8