34
ſie zu verſorgen, da muß man ſie der Welt zeigen und die Gelegenheit zu einer ſoliden Liebesintrigue herbeiführen, die endlich mit einer Hochzeit ſchließt. Unglücklicherweiſe aber ſind dergleichen Liebesintriguen in der Welt ſeltener, als in den engliſchen Romanen, und oft ſtoßen die jungen Damen, wenn ſie nach Freiern ſpähen, auf Verführer, die zwar ſtark an Intriguen, aber ſchwach in der Tugend ſind! Was kann es aber helfen, man muß ſchon etwas wagen, wenn man einen Mann davon tragen will! Madame Devaux hatte alſo Herrn Dufresne bei ſich aufgenommen, der ihr von einem Freund, ihrem Nachbar, empfohlen worden, und da er jung und von angenehmem Aeußern war, ſo hatte ſie ihn mit auf die Liſte der Herren gebracht, die ſie auf die Hochzeit Eduard Murville's bringen wollte, damit es
ihren Töchtern nicht an Tänzern fehlte.
Defresne kannte weder den Bräutigam noch die Braut; aber es iſt bei einem großen Gaſtmahl ja nichts Ungewöhnliches, die nicht zu kennen, die es geben, und jetzt, wo unſere franzöſiſchen Geſell⸗ ſchaften den engliſchen Routs gleichen und zu dichten Menſchenmaſſen werden, wo man auf ſeinen Nach⸗ bar kaum ſieht, da kommt es oft vor, daß man ſolche gedrängte Geſellſchaften verläßt, ohne weder Wirth noch Wirthin begrüßt zu haben.
MNadame Devaux hatte ſich indeſſen geirrt, als ſie auf Dufresne zum Tänzer für ihre Töchter rech⸗ nete, denn er liebte den Tanz nicht ſehr; er eilte, ſeine Schuld abzutragen, indem er eine jede derſelben


