30 Worte:„meine Tochter kam zu mir,“ hochtrabend ausruft:„Endlich trat ſie, die Tochter, dem Vater entgegen.“ Wenn erſteres ohne Zweifel klarer und beſtimmter iſt, ſo würde es ja der gemeinen geſell⸗ ſchaftlichen Sprachweiſe gleichen, dem unwürdigen Geſchwätz der Welt, das Leute nicht gebrauchen dür⸗ fen, die in unterirdiſchen Höhlen leben, ohne die Naſe anzuſtoßen und den höchſten Felſen erklimmen, ohne zu ermatten. Und würden übrigens wohl unſere hübſchen Frauen, unſere reizenden Schönen einen Roman in den dritten Himmel erheben, wenn der Held der Geſchichte nur wie ihr Mann oder Lieb⸗ haber ſpräche?... o, pfut, das iſt ja ein ſchlechtes Machwerk, würde man ſagen, und das Buch, das weder engliſchen und franzöſiſchen Urſprungs, noch romantiſch iſt, mit Verachtung weit wegwerfen! das iſt nicht auszuhalten... was kommen darin für Worte vor... zum Beiſpiel das Wort Cocu, o Gott! wie abſcheulich... ol unſere Journale ſollen den Schriftſteller ſchön durchhecheln. Und was geſchieht? die Journaliſten leſen das Buch und finden es von einer empörenden Unmoral! Der Autor iſt von einem Cynismus, einer Unan⸗ ſtändigkeit ohne Grenzen!... er braucht das Wort Cocu, wenn er es für nöthig findet... Hat man je eine ſolche Schamloſigkeit geſehen?... freilich Mo⸗ lière hat das Wort und noch andere eben ſo ſtarke in ſeinen Werken gebraucht; aber welch ein Unter⸗ ſchied! was man auf dem Theater vor dem verſam⸗ melten Publikum ſagt, darf man doch nicht in einen
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