Teil eines Werkes 
1. Th. (1843)
Entstehung
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ſagen, daß Vater und Mutter ſehr ſchnell hinter einander wegſtarben; ſie nahmen den Kummer mit in die andere Welt hinüber, daß ſie über das Schickſal ihres Jakobs nichts in Erfahrung gebracht hatten, und gaben ſeinem Bruder Eduard den Auftrag, ihm ihre Verzeihung über ſeine Flucht aus dem väterlichen Hauſe zuzuſichern, wenn es ihm je gelingen ſollte, ihn wiederum aufzufinden.

Eduard war jetzt unumſchränkter Herr ſeines Willens, er hatte ein Alter von zweiundzwanzig Jahren und eine Anſtellung von zweitauſend Franken; bei einem ſoliden Leben konnte er anſtändig auskommen. Er liebte das Vergnügen; Geſellſchaften, Muſik, Theater konnte er mit ſeinem Einkommen beſtreiten, und das Spiel blieb ihm fremd. Er liebte das ſchöne Ge⸗ ſchlecht, war hübſch und konnte ſich über die Sprö⸗ digkeit der Damen gerade nicht beklagen. Bei ſeiner geringen Charakterfeſtigkeit ließ er ſich leicht fortreißen, aber zu ſeinem Glücke war er noch nicht in ſchlechte Hände gerathen. Kurz, man konnte ihn zwar nicht als Muſter aufſtellen, aber ſein Wandel verdiente doch nicht die geringſte Rüge.

Madame Germeutil entſchloß ſich leicht, Eduard ihre Tochter zu geben. Er wird ſie glücklich machen, dachte ſie, denn er hat nicht viel Charakter, ſie wird ihn beherrſchen, und oft ſind die Wirthſchaften am beſten, wo die Frau das Regiment führt.

Das war alſo die Hochzeit im Cadran⸗Bleu.

Paul de Kock. XIX.