denen beilegen wollen. Um dieſe Stunde jedoch wird erſt das Gemälde pikanter, wechſelvoller, belebter; denn nur dann beginnt man Bekanntſchaft zu machen.
Nun denn, wird man mich fragen, was iſt denn der Grund dieſer Geſellſchaft im Cadran⸗Bleu? Iſts ein Namensfeſt, ein Jahrestag, ein Vereinsmahl? — Beſſer als alle das: es iſt eine Hochzeit.
Eine Hochzeit!... Wie viele Betrachtungen er⸗ regt doch dieſes Wort! wie viele Hoffnungen und Erinnerungen erzeugt es! wie ſchlägt dabei das Herz des jungen Mädchens, das den Augenblick nicht erwarten kann, wo es die Heldin dieſes feſt⸗ lichen Tages ſein und mit dem Myrten⸗ und Oran⸗ genzweig ſich bekränzen wird, jenem Symbol der Züchtigkeit und Jungfräulichkeit, das leider ſchon ſo manchen Gatten betrog, der aus gutem Grunde auf jenes Zeichen nicht ſtolz iſt. Wie betrübt dagegen der Anblick dieſer Feier mancher erſt ſeit zwei Jahren verehelichten jungen Frau, die das Glück bloß noch⸗ in der Erinnerung kennt! Sie zittert über das Schick⸗ ſal der armen Braut, ſie gedenkt mit Wehmuth an den eigenen Hochzeittag, an die innige und glühende Zuneigung ihres Mannes zu jener Zeit und ver⸗ gleicht dieſe mit der ſpäteren, denn ſie hat es er⸗ fahren, wie wenig man den Liebesſchwüren der Männer trauen darf.
Aber laſſen wir dieſe Betrachtungen. Treten wir lieber in den Cadran⸗Bleu ein und machen uns mit den Hauptperſonen dieſes Feſt es bekannt, die uns im Lauf dieſer Geſchichte öfters begegnen werden,


