119 4
mir geſtern die Karte dieſes Herrn nicht übergeben, und Sie erfrechen ſich, Jemand ohne meinen Befehl den Eintritt zu verſagen... Sie werden mir nach⸗ her Rechenſchaft über Ihr Betragen geben... Mein Herr, wollen Sie die Güte haben und herauf⸗ kommen!“
„Goulard! brummte Prosper, als er an dem Portier vorbeiging, Goulardl... Ach jetzt wundert
es mich nicht mehr, daß man mich ſo ſchlecht auf⸗
nahm... Elender! muß ich Dich überall treffen!“
Goulard wagte keine Erwiderung mehr, er barg ſich eilig in ſeiner Loge, und Prosper konnte endlich bis zu dem Gemache der Herzogin gelangen.
Die Frau Herzogin von Delmas war eine Frau von etwa ſechzig Jahren; ihr Antlitz, welches ſehr ſchön geweſen ſein mußte, war noch liebenswürdig, ſanft und geiſtreich; ſie hatte nur das Lobenswerthe des
Adels an ſich, ausgezeichnete Manieren, eine außer⸗
ordentliche Höflichkeit und etwas, was Vertrauen
und Achtung einflößte... Sie gab Prosper einen Wink, ſich einen Stuhl zu nehmen, und bat ihn,
ihr die Veranlaſſung ſeines Beſuches auseinander zuſetzen. Als Prosper ſich ſo gut aufgenommen ſah, fühlte er ſeine Hoffnung wieder aufleben; er erklärte der Herzogin, ohne Umſchweife und hochtrabende Redens⸗ arten zur Ausſchmückung ſeiner Erzählung, was ihn zu dieſem Beſuche bewogen habe, und ſchilderte ihr das traurige Ende von Paulinens Eltern. Als er den Namen Derbrouck ausſprach, ſtieß die
—,—


