Teil eines Werkes 
4. Th. (1844)
Entstehung
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10⁵

Da Prosper nicht wußte, wie er die Zeit bis dorthin zubringen ſollte, und nicht in ſein Logis zu⸗ rückkehren wollte, von dem er ſehr weit entfernt war, ſo ging er im Luxemburger Garten ſpazieren; er ging ſchon einige Zeit darin auf und ab, als er eine ungeheuer dickleibige, ziemlich einfach gekleidete Frau auf ſich zukommen ſah, die ſich einen ſehr ehr⸗ baren Anſtrich zu geben ſchien, ein Meßbuch in der Hand und am Arme einen Korb trug, aus dem mehre kleine Brode herausſahen.

Trotz des ungeheuren grünen Hutes, der den Kopf dieſer Dame bedeckte, warf ſie doch einen Blick ſeitwärts auf Prosper, hielt an, lief dann auf ihn zu und rief aus:„Ich täuſche mich nicht! es iſt der liebe Freund Prosper!...“

„Eil mein Gott! ſind Sie es, Madame Pico⸗ tin?... Ach! wie dick ſind Sie geworden!— Der Kummer iſt ſchuld daran, lieber Freund! ich habe ſo viel Leid erlebt!... Alle dieſe Revolutionen erſchüt⸗ tern einen... man wird dick, weil man nicht weiß⸗ was man anfangen ſoll.“

„Und was iſt aus Ihrem Manne geworden?— Ach! ſprechen Sie mir nicht von ihm!. pfuil! was iſt das für ein Lump!... er hat mir alles verthan, ich habe ihn fortgejagt!“

„Und was treibt er jetzt?— Er handelt mit Haſenbälgen! pfui! welcher ſchlechte Kerl.. Gott ſei Dank, daß ich ihn nicht mehr ſehe... er wurde ſo gottlos, daß es mich empörte!“