1405 „Hm! ich hoffe, man merkt die gute Erziehung wohl! begann Poupardot, dem jungen Manne die Hand reichend.— Biſt Du endlich da... das iſt ein Glück... Schau, hier iſt mein Sohn, mein kleiner Navet, hoffentlich wirſt Du ihm auch einen Kuß
geben.“
Prosper küßte das kleine Herzchen, dann die Mutter, kurz die ganze Familie, indem er den bei⸗ den Gatten ſeinen Dank für die dem ihnen anver⸗ trauten Kinde gewidmete Sorgfalt ausdrückte.
„Und wofür bedanken Sie ſich? entgegnete Eliſa, weil Sie uns Vergnügen und Freude verſchafft haben 2.. Das kleine Mädchen iſt ſo artig, und Sie werden ſehen, wie viel Sanftmuth und Empfindſamkeit in ſeinem Charakter liegt.— Wie auch bei meinem kleinen Navet, verſetzte Poupardot, er iſt ein Wun⸗ der von Empfindſamkeit... nur beißt er gerne!“
„Wenn mein Mann Sie in ſeinem Briefe ge⸗ beten hat, uns zu beſuchen, ſo werden Sie ſich doch hoffentlich nicht vorſtellen, es ſei deßhalb geſchehen, um Ihnen Ihr Paulinchen zurückzugeben... Sie iſt überhaupt auch noch viel zu klein, als daß Sie ſich ihrer annehmen könnten... Nicht wahr, Sie kommen nicht, um ſie abzuholen?“
Prosper beruhigte Madame Poupardot, welche die Waiſe mit der Zärtlichkeit einer Mutter liebte, ohne daß dieſes der innigen Neigung zu ihrem Sohne den mindeſten Eintrag gethan hätte. Fein fühlende Seelen ſind nicht engherzig, bei dhnten findet die
Liebe immer ihren Raum.


