104
Allein, Prosper beſchäftigte ſich nicht lange mit Betrachtung des Hauſes; er trat ſchnell in den Vor⸗
hof, eine Magd ſagte ihm, ihre Herrſchaft befinde
ſich mit den Kindern hinten im Garten, und er be⸗ eilte ſich dorthin zu gelangen. 1
In einer Rebenlaube ſaß Madame Poupardot und hielt ein einige Monate altes Kind auf dem Schooße; vor ihr wälzte ſich ein kleines Mädchen auf dem Raſen, welches ſeit Kurzem das Gehen gelernt hatte, einige Schritte machte, niederfiel und wieder aufſtand, um auf's Neue zu laufen und zu fallen; in einiger Entfernung war Poupardot mit dem Pfropfen eines Zwetſchgenbaumes beſchäftigt.
Mann und Frau ſtießen, als ſie Prosper erblick⸗ ten, einen Schrei der Freude und des Staunens aus, und dieſer eilte, ehe er ſie anredete, auf das kleine im Graſe liegende Mädchen zu, nahm es in ſeine Arme und bedeckte es dergeſtalt mit Küſſen, daß dieſes, ganz erſchreckt darüber, nicht wußte, ob es lachen oder weinen ſollte.
Madame Poupardot tröſtete jedoch die Kleine ſchnell, indem ſie ſagte:„Pauline, dieſer Herr da iſt Dein Freund... Du weißt wohl, daß wir Dir alle Tage ſagen, er werde kommen, und daß wir oft von Deinem Freunde Prosper mit Dir ſprechen, der Dich ſo lieb hat, und den Du auch lieben ſollſt Nun!.. ſag' ihm guten Tag.“
Das Kind heftete ſeine großen blauen Augen anf
Prosper und ſagte endlich mit furchtſamer Stimme
zu ihm:„Guten Tag... mein lieber Freund..


