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Herr und kann hingehen, wo ich will? Nur wenn es Dir mißfiele... aber ich bitte Dich, laß mich hingehen, wo Du hingeheſt... ich will Dir dienen, Deine Magd ſein und Dich immer gleich lieben; wenn es Dich aber verdrießt, werde ich Dir es nicht mehr ſagen; ich will bei Dir ſein, das iſt mein ein⸗ ziger Wunſch.“ 4
Prosper war gerührt, entzückt über die aufrich⸗ tige Liebe, welche das junge Mädchen für ihn an den Tag legte, aber er fühlte wohl, daß, wenn er ihren Bitten nachgäbe, ſie ſich an ſein Schickſal ketten und
es ihm ſpäter ſchwer werden würde, ſie zu nöthigen,
ihn zu verlaſſen. Wäre ſein Herz nicht ganz und gar von Camilla angefüllt geweſen, ſo würde er ohne Zweifel dieſe Bemerkungen nicht gemacht haben, denn gewöhnlich ergreift man in Prospers Alter das Ver⸗ gnügen und das Glück, wenn es ſich bietet, ohne ſich um die Reſultate daraus zu bekümmern.
Prosper nahm Jeannettens Hand, drückte ſie und erwiderte ihr in ſanftem, aber entſchiedenem Tone: „Nein, Jeannette, Du folgſt mir nicht; ich will Dich nicht zu meiner Magd; meine Geliebte kannſt Du auch nicht ſein... ich weiß noch nicht, welches Schick⸗ ſal mir bevorſteht... welcher Laufbahn ich folgen ſoll... Gegenwärtig, wie Du wohl weißt, beſchäf⸗ tigt mich nur ein Gedanke: ich möchte Camilla wie⸗ derfinden, und um ſie zu ſuchen, ihr näher zu kom⸗ men, iſt es nicht ſchicklich, daß ich immer ein anderes Frauenzimmer in meiner Nähe habe.“
Jeannette antwortete nicht, ſie weinte und zog


