114 „Der Freiheitsbaum iſt umgeriſſen! rief Prosper
aus, und ihr ſitzt hier wie Vielfraße um dieſen Tiſch
herum! Ha! beim Donner! ich will ihn wieder auf⸗
richten und die wahren Patrioten werden mir folgen!“
„Der Bürger Carotte hat Recht, ſprach Durou⸗ leau, das iſt ein ſchöner Gedanke, und wir folgen ihm Alle!“
„Aber es iſt dunkel!“ brummte Cornelius, ſein Glas leerend.
„Es iſt nie dunkel, wenn uns der Ruhm leuchtet! Vorwärts, man zünde Fackeln an, auf den Weg Es lebe die Freiheit!“
„Er hat ſich ganz zu erkennen gegeben;“ ſagte Benedikt.“
Prospers Befehle wurden plötzlich befolgt. Du⸗
rouleau hatte Pechfackeln holen laſſen, man zündete ſie an, gab Jedem der Geſellſchaft eine davon, und verließ ſchreiend und patriotiſche Lieder ſingend das Haus.
Prosper marſchirte mit einer brennenden Fackel in der einen und den gezogenen Säbel in der andern Hand an der Spitze der Truppe; er ſchrie, brüllte
und küßte alle Frauen, die ihm auf dem Wege be⸗
gegneten. Sein Anblick hatte etwas Fürchterliches,
denn die Dünſte des Weines verliehen ſeinen Augen
einen ungewöhnlichen Glanz, und die Sonderbarkeit ſeines Koſtüms, ſeine Bewaffnung, ſein Geſchrei, ſeine Geberden, kurz, Alles zuſammengenommen war wohl von der Art, daß es Eindruck machen konnte.
Bald verſammelte ſich die Menge um Prosper⸗


