Teil eines Werkes 
1. Th. (1843)
Entstehung
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mehr hübſche als ſchöne Frau, deren Züge eher an⸗ genehm als geregelt genannt werden konnten; klein, weiß und zärtlich: man mußte ſtaunen, daß ſie kräf⸗ tig genug war, ihr Kind zu ſäugen. Aber kaum ſtand ſie auf dem Boden, ſo nahm ſie eilends wieder das Kind auf die Arme, welches die Kammerjungfer trug.

Euphraſta war an das auf den Hof gehende Fen⸗ ſter getreten und bemühte ſich, obwohl es dunkel war, die aus dem Wagen ſteigenden Perſonen zu ſehen; bald wurde jedoch ihre Neugierde vollſtändig befriedigt; denn ſtatt ſogleich in ihre Wohnung im erſten Stock hinaufzugehen, lenkten Herr und Frau Derbrouck ihre Schritte gegen das von Frau Ber⸗ tholin bewohnte Erdgeſchoß und traten in dem Augen⸗ blick ein, wo dieſe ein eben angezündetes Licht auf den Kamin ſtellte.

„Ich ſtatte Dir meinen Dank ab, Bürgerin Ber⸗ tholin,“ ſagte der Bankier ins Zimmer tretend: „Du warſt ſo gütig, uns das Hofthor aufzumachen. Denn wie es mir ſcheint, iſt der Portier ausgegangen. — Ja, Bürger; aber es lohnt ſich der Mühe nicht, Dich aufzuhalten, um mir zu danken und Mada... die Bürgerin hier herein zu nöthigen, ſie könnte vielleicht frieren... und das iſt gefährlich beim Säugen.“

„Ol es iſt keine Gefahr zu fürchten! erwiderte lächelnd des Holländers Gattin. Ich bin zu warm eingemacht, als daß ich mich erkälten könnte. Es freut mich, Bürgerin, dieſe Gelegenheit zu benützen,