6 Panl de Kock. XV.,
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im Verdachte ſtehe, verdächtig zu ſein, noch nicht aufhängen.. Wo die Wüthenden vorüberkamen, zogen ſich eilends
die Kaufleute in ihre Hallen zurück und faſt alle ge⸗
öffneten Fenſter wurden zugemacht; aber Euphraſia
Picotin blieb an dem Fenſter und während Maximus'
Mutter in das vordere Zimmer entfloh, um das ſie
angreifende Geſchrei nicht zu hören, neigte ſich die junge Frau vor das Fenſter hinaus, klatſchte in ihre
Hände und ſchrie:
„Ja, nieder mit den Ariſtokraten! Alles an die Laterne!“
Dieſer Ausruf, der hätte mißdeutet werden können, entzückte im Gegentheil einen der Herrn mit den Pi⸗ ken, und da das Erdgeſchoß, worin ſich Euphraſta befand, nur einen Schuh über die Straße erhaben war, ſo näherte ſich der Sansculotte dem Kreuzſtock und ſagte zu der jungen Frau:
„Du biſt ein braves M. ſch! Wahrhaftig, Du verſtehſt die öffentlichen Angelegenheiten... willſt Du mich küſſen?“
„Mit Vergnügen, Bürger! entgegnete Euphraſia, indem ſie ſich aus dem Fenſter beugte, während der Sansculotte auf die Zehen ſtand, um die friſchen und roſigen Wangen zu erreichen, die man ihm darbot. Dann wurde ein ſehr hörbarer Kuß auf das Geſicht⸗ der jungen Frau gedrückt, ihr eine Hand gegeben, und der Mann eilte ſeinen Genoſſen nach. Als er ſich entfernt hatte, machte die Bürgerin Picotin das Fenſter wieder zu und ſetzte ſich, ihre Wangen abreibend, 2
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