und ihr ſchwermüthiger Blick zeigte an, daß bei ihr die Leiden des Gemüths mit denen des Körpers ſich vereinten. Zuweilen jedoch zwang ſie ſich zu einem Lächeln, und ihr Antlitz wurde ein wenig heiterer, wenn ihre Blicke auf einem jungen Manne ruhten, der auf der andern Seite des Kamins ſaß.
Derſelbe war ein einundzwanzigjähriger großer, magerer aber wohlgeſtalteter Jüngling, deſſen ganzes Weſen mehr bedeutete, als von ſeinem Alter zu er⸗ warten geweſen wäre; die dunkelbraune Geſichtsfarbe, die pechſchwarzen Haare und Augen verliehen ſeiner Phyſiognomie auf den erſten Anblick etwas Ernſtes, ſogar Hartes; allein bei längerer Betrachtung ſeines antikgeſchnittenen Profils und aller ſeiner Züge, de⸗ ren männlicher Ausdruck ihrer Schönheit keinen Ein⸗ trag that, konnte man nicht läugnen, daß dieſer Mann einige Aehnlichkeit mit den auf uns gekommenen Ab⸗ bildungen der römiſchen und athenienſiſchen Helden habe.
Der ſchöne Jüngling hielt ein Buch in der Hand
und las; er war mit einer weiten, grautuchenen Hoſe und einer Shawlweſte gekleidet, trug blaue Strümpfe und plumpe Schuhe; zu ſeinem vollſtändigen Anzuge fehlte nichts als die Jacke, oder vielmehr die Car⸗ magnole, die man neben ihm flickte.
Der junge Mann legte ſein Buch auf den Mantel
des Kamins, blickte die gute ihm gegenüberſitzende
Frau an und ſagte zu ihr:
„Sie ſehen nicht mehr, Mutter, Sie verderben
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4 ſich die Agen!“
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