Erſtes Kapitel. Paris im Jahr II der Republik.
Es war im Monat Ventoſe im Jahr II der fran⸗ zöſiſchen Republik, worunter Viele weit leichter den Monat März des Jahres 1794 begriffen.
Die Witterung war düſter, regneriſch und ver⸗ drießlich; es ſchlug in der kleinen, nach dem Hofe gehenden Parterreſtube eines Hauſes in der Straße Poiſſonnière eben vier auf einer hölzernen Uhr, und kaum ſah man in dieſem kleinen Gemache noch hell genug, um die nächſten Gegenſtände zu unter⸗ ſcheiden.
Neben einem Kamin, worin ein ſchwaches Feuer brannte, ſaß eine etwa fünfzigjährige Frau, mit der Ausbeſſerung einer Mannsjacke beſchäftigt. Der Anzug dieſer Frau war einfach und beinahe armſelig, allein die außerordentliche Reinlichkeit deſſelben hob ihn etwas hervor. Er beſtand aus einem dunkeln Kat⸗ tunkleide, einer ſchwarz und rothgeſtreiften Schürze und einer großen Haube mit Backenſtreifen, wie ſie zur Zeit der Republik beinahe alle Frauen trugen.
Das blaſſe, abgemagerte Angeſicht dieſe Frau—
ſchien eine kaum überſtandene Krankheit anzudeuten;


