Teil eines Werkes 
2. Th. (1843)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

118

als ich den Tod meines Vaters vernahm. Weit eutfernt, mich über dieſe Nachricht zu betrüben, vermehrte ſolche nur meinen Haß für Belliska und beſtärkte mich in meinen Racheplanen. Sie war damals eine der reichſten Erbinnen Rußlands und ihr Vermögen der Gegenſtand all meiner Hoffnun⸗ gen, denn das mir Zugefallene hatte ich ſchon größtentheils verpraßt.

Während ich mich mit Stoffar über die Maß⸗ regeln berieth, die wir ergreifen ſollten, vermählte ſich meine Schweſter mit einem jungen, ruſſiſchen Offizier, den ſie liebte. Dieſe Nachricht verdop⸗ pelte meine Verzweiflung.Wir haben zu lange gezögert, gnädiger Herr, ſprach Stoffar, jetzt müſſen Sie handeln und meinem Rathe folgen. Begeben Sie ſich zuerſt zu Ihrer Schweſter, ſtellen Sie ſich, als hätten Sie die obgewalteten Zwiſtigkeiten vergeſ⸗ ſen und bezeigen Sie ihr die zarteſte Freundſchaft.

Ich befolgte dieſen Rath, ohne gerade zu wiſſen, welches ſein Plan war. Meine ſtets gütige Schweſter empfing mich mit offenen Armen und ſtellte mir ihren Gatten vor, der mich gleichfalls aufs Schmeichelhafteſte aufnahm. Sie luden mich ein, einige Zeit bei ihnen zu bleiben; ich ſagte zu.

Bald wurden indeß unſere Plane noch weiter durchkreuzt durch die Geburt eines Töchterchens, welchem meine Schweſter das Leben gab und den Namen Eliska beilegte. Du warſt es, unglückliche

Pauline!... und mit Deinem Eintritt in die

Welt ſchwur ich Dir unerbittlichen Haß. 4