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unermeßlich reich und hatte keine andern Kinder als mich und meine Schweſter, die zwei Jahre jünger war.
„Von meiner zarteſten Kindheit an nährte ich den tödtlichſten Haß gegen dieſe Schweſter, weil ich vorausſah, daß ich das reiche Erbe unſers Vaters, deſſen alleinigen Beſitz mich meine Habgierde wün⸗ ſchen ließ, mit ihr werde theilen müſſen.
„Das Unglück wollte, daß ich einen gewiſſen Stoffar in meine Dienſte nahm, den niederträch⸗ tigſten Böſewicht, den je die Erde getragen. Da er meinen Haß gegen meine Schweſter gewahrte, ſchmeichelte er meinen Leidenſchaften, wußte mein Zutrauen zu gewinnen und ward bald mein innig⸗ ſter Vertrauter.:
„Belliska, meine Schweſter, war täglich der Gegenſtand meines Neides und meiner Bosheit; ohne Klage ertrug ſie alle meine Quälereien und Plagen. Allein ſei es, daß mein Vater darum wußte, ſei es, daß er meinen heimtückiſchen Cha⸗ rakter durchſchaute, er ſchrieb mir ein Drittel ſeiner Güter zu, gab das Uebrige meiner Schweſter und befahl mir, die Gegend zu verlaſſen, die er bewohnte. 1
„Wuth im Herzen, Nache brütend entfernte ich mich und kaufte unfern Wilna ein kleines, ein⸗ ſam ſtehendes Schloß, wohin ich mich mit Stoffar zurückzog, um ungehindert über die Mittel nach⸗ zuſinnen, wie ich die Verabſcheute verderben könne.
„Ungefähr ein Jahr war ich in dieſem Schloß..


