eines Meuchelmörders zu ſein, empörte ihr offenes, biederes Gemüth.
Am früheſten Morgen dachten ſie, den Oberſt ſchon wecken zu können, ohne daß ſie Verdacht er⸗ regten; aber dieſe Vorſichtsmaßregeln waren über⸗ flüſſig, denn Monterranville wußte Alles. Man erinnert ſich, daß Heinrichs Verwirrung ihm Schrecken verurſachte; daher begab er ſich, ſobald ſich Müller und ſein Schlafkamerad in ihr Zimmer eingeſchloſſen hatten, in ein anſtoßendes Gemach, öffnete einen Schrank, ſtellte ſich dicht an die Scheidewand und hörte da ihr ganzes Geſpräch.
Man kann ſich ſeinen Schrecken vorſtellen, als er ſich erkannt wußte; aber das Ende ihrer Unter⸗
redung beruhigte ihn ein wenig. Da er ſah, daß
ſie zu Faſſung eines Entſchluſſes den andern Mor⸗ gen abwarteten, hielt er es für klug, ſich eiligſt aus dem Staube zu machen, und mitten in der Nacht verließ er das Haus.
Verwundert, ſo früh aufgeweckt zu werden, ließ Oberſt Framberg ſeine Reiſegefährten ein; aber noch mehr war er erſtaunt, als er ſah, mit welcher Vorſicht Müller die Zimmerthüre wieder hinter ſich zuſchloß und welches geheimnißvolle Weſen über ihre Züge ausgegoſſen war. Abſcheu und Entrüſtung folgten bald auf das Staunen, wie er erfuhr, in weſſen Hauſe er ſo lange ſich aufgehalten. Er befahl indeß den Beiden, ſich zu bezwingen und nichts von ihrer Aufregung bemerken zu laſſen.„Wie? mein Oberſt, ſagte Müller,


