Teil eines Werkes 
2. Th. (1843)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

40

7 Viertes Kapitel.

Ein Romanleſer hat es ſchon errathen.

O weh!.. rief Müller, Paulinens Reiſewagen nachblickend, müßte ich oft ſolche Intriguen durch⸗ führen, da wollte ich mich lieber dem Musketenfeuer meines Regiments bloßſtellen!... Doch hoffe ich, mich ehrenvoll aus dieſer Sache zu ziehen. Das Schwerſte iſt geſchehen!... Ich hatte geglaubt, Heinrichs Kummer werde mir am meiſten zu ſchaf⸗ fen machen!.. Aber beim Deufel! jetzt ſehe ich wohl, Weiberthränen wiſſen den Weg zu unſerm

Herzen am beſten zu finden! Ich hätte mich nicht für ſo weich gehalten!...

Unter ſolchen Betrachtungen ſchlug Müller den Weg nach Hannchens Wohnung ein. Er begegnete ihr auf der Treppe und redete ſie an.Nun Hann⸗ chen, was macht der junge Menſch? Er iſt immer in dem nämlichen Zuſtand, wie Du ihn gebracht haſt. Ol.. verfluchte Liebe! Sag mir doch, Müller, warum er ſich ſo abhärmt? Ei nun, eines Weibes willen!... Liebt ſie ihn nicht? Die wäre ſehr wählig! Potz tauſend! freilich liebt ſie ihn! aber ſie können einander nicht heirathen. Das thut mir leid, denn der junge Menſch intereſſirt mich... er ſcheint ſo ge⸗ fühlvoll! Ich habe ihn gebildet, er iſt mein Zögling. Da mache ich Dir mein Compliment. Müller ging ſchnell zu Heinrich hinauf. Der