Dieſe gute Dame hatte eben erſt ihren Sohn bei der Armee verloren und war von Schmerz nieder⸗ gebeugt. D'Ormeville machte ihr den Antrag, Mutterſtelle bei ſeiner damals vier Jahre alten Pauline zu vertreten. Mit Freuden willigte Ma⸗ dame Reinhard ein, und da der Kriegsſchauplatz ſie unaufhörlich an ihren Verluſt erinnerte, reiste ſie mit dem Kinde ab, um ein ihr zugehöriges Häuschen bei Offenburg zu bewohnen, und d'Orme⸗ ville verſprach, daß er dort ſich mit ihnen verei⸗ nigen wolle, ſo wie ſeine Pflicht es ihm erlaube. Dort, lieber Müller, in jenem hübſchen Hauſe, wohin ich Dich einmal geführt, verbrachte Pau⸗ line ihre Jugend unter den Augen der Madame Reinhard, welche ſie wie ihre Dochter liebte. D'Ormeville kam hie und da, die ihm vom Dienſte freigelaſſene Zeit bei ihr zu verleben. Seine Tapferkeit hatte ihm den Grad eines Hauptmanns verſchafft, und da er ohne Ehrgeiz war, verlangte er nichts weiter. Du weißt, lieber Müller, auf welche Art ich Paulinens Bekanntſchaft machte... — Ja, ja! ich weiß es und wünſchte, der Deufel hätte mich an dem Tage geholt, wo ich ſo dumm war, Sie allein gehen zu laſſen!... Doch weiter! — Um dieſe Zeit nun faßte d'Ormeville, von dem Verlangen gequält, ſein Vaterland wiederzuſehen, den Plan, nach Frankreich zurückzukehren; Pau⸗ line wollte ihren Vater nicht verlaſſen, und Ma⸗ dame Reinhard verſtand ſich zur Begleitung. Sie reisten daher alle Drei nach Straßburg und
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