Teil eines Werkes 
2. Th. (1843)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

27

in den Weg zu legen, Müller? Möglich, mein Herr! Dann bemerke ich Dir, daß Du Dich vergeblich bemühſt; nichts in der Welt vermag mich von ihr zu trennen. Das iſt eine ſaubere Aufführung, mein Herr! Sagen Sie mir, darf man ſich in Ihrem Alter verheirathen, ohne daß man's der Mühe werth hält, ſeine Eltern um Rath zu fragen? Aber ſprich ſelbſt, iſt meine Pauline nicht reizend? Ah! was Schönheit betrifft, das iſt wahr! da gebe ich zu: ſie iſt ſehr hübſch, aber es gibt ſchöne Weiber, die darum nicht beſſer ſind. Hüte Dich, Müller, meine Geliebte zu beſchimpfen! ſie iſt ebenſo tugendhaft als ſchön! Nun wohl! wenn ſie tugendhaft wäre, was zweifelhaft, aber nicht unmöglich iſt: ſoll das ein Grund ſein, daß Sie die nächſte beſte Daher⸗ gelaufene heirathen!... ein Mädchen, deſſen Her⸗ kunft Sie nicht einmal kennen? Du irrſt Dich, Müller, ich kenne ſie, ſie theilte mir Alles mit. Ich kenne ihren Vater, ſeine Unglücksfälle!... Poz Henker, lauter Larifari, Herr! Nein, Müller, meine Pauline kennt keine Lüge; ſie hat mir die Wahrheit geſagt. Nun gut! laſſen Sie

doch dieſe wunderbare Erzählung hören. Ich will Dir Alles mittheilen, was ſie mir ſagte. Der Vater meiner Pauline iſt ein Franzoſe. Ein

Franzoſe?... Der Name Chriſtiern iſt alſo nicht der ſeinige? Nein, mein Freund, das iſt ein angenommener, welchen die Umſtände ihm aufge⸗ drungen hatten. Und wie heißt er denn eigent⸗