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Als ſich Heinrich eines Tages, nach ſeiner Ge⸗ wohnheit, zu der Geliebten begab, erſchrack er, wie er beim Oeffnen die alte Dienerin bitterlich weinen ſah.„Was iſt denn geſchehen? rief er alsbald aus.— Ach, Herr! meine gute Gebieterin iſt ſehr übel auf und hat, wie ich glaube, nur noch wenige Augenblicke zu leben.“
Heinrich fliegt ungeſäumt nach dem Kranken⸗ zimmer, wo er ſeine theure Pauline am Bette der Madame Reinhard, in Thränen gebadet, fand. Ddieſe letztere, obgleich ſchwach und am Rande des Grabes, empfängt Heinrich mit ſanftem Lächeln und richtet mit beinahe erloſchener Stimme fol⸗ gende Worte an ihn:
„Ich erwartete Sie mit Ungeduld, mein lieber Heinrich; Ihnen übergebe ich meine geliebte Toch⸗ ter, Ihnen trage ich auf, ihr Sroſt zu ſein. Ich las in Ihrer Seele, welches Gefühl Sie für die⸗ ſelbe hegen, Pauline erwidert es: ſeiet daher vereint und verlaſſet einander nie!“
Heinrich drückt Pauline in ſeine Arme, gelobend, ſich nie von ihr zu trennen; ſeine Freundin hatte keine Kraft zu antworten, ſo ſehr war ſie vom Schmerz niedergebeugt. Madame Reinhard über⸗ wand ihre Schwäche und fuhr folgendermaßen fort: „Sie waren gewiß über das geheimnißvolle Weſen verwundert, lieber Heinrich, welches alle Hand⸗ lungen von Paulinens Vater zu umhüllen ſcheint; Sie kennen dieſen tugendhaften Mann nicht!... Wenn Sie ſeine Unglücksfälle vernehmen, werden


