Teil eines Werkes 
2. Th. (1843)
Entstehung
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Nicht lange, ſo öffnete Pauline. Wie reizend erſchien ſie in Heinrichs Augen! Ein einfaches Morgenkleid bedeckte ihren eleganten Wuchs; ihre nachläßig zurückgeſchlagenen Haare beſchatteten eine Stirne, den Sitz der Schamhaftigkeit; ihre ſüß⸗ ſchmachtenden Augen waren zu ſchüchtern, um auf denen ihres Geliebten zu ruhen: Alles an ihr flößte Liebe ein! Wie hätte Heinrich ſo viele Reize nicht verehren ſollen? Unbeweglich blieb er vor dem Gegenſtand ſeiner Bewunderung ſtehen; Pau⸗ line, die Urſache von Heinrichs Verwirrung wohl ahnend, erröthete vor Vergnügen. Wo iſt das Mädchen, dem es entginge, welches Gefühl ſie einflößt?

Sie führte ihren Geliebten in ein kleines Ge⸗ ſellſchaftszimmer mit der Ausſicht auf den Garten; dort erwarteten ſie das Erwachen der Madame Reinhard. Die Zeit ward ihnen nicht lange; Lie⸗ bende haben ſich ſo Vieles zu ſagen! Heinrich er⸗ zählte Paulinen ſeine Reiſen und die ihm aufge⸗ ſtoßenen Abenteuer, wobei er indeß über das hin⸗ wegſchlüpfte, was für das Ohr ſeiner Geliebten nicht paßte.

Gerne hätte Heinrich wiſſen mögen, wie es Paulinen während ſeiner Abweſenheit ergangen... wo ihr Vater und welches der Grund ſeiner Reiſe wäre, ſo wie tauſend andere, Dinge, die ihn mit der Geburt ſeiner Geliebten und ihrer gegenwär⸗ tigen Lage bekannt gemacht hätten; aber er wagte nicht, zu fragen, und harrte lieber, bis die Zeit