Teil eines Werkes 
2. Th. (1843)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

10

das werde hinreichend ſein, Sie auf die Fährte zu bringen. Nun denn! Sie irren ſich, mein Herr! denn ich verſichere Sie, daß ich nichts von dem eben Geſagten begreife; ich wüßte nicht, daß ich Feinde hätte, die einer ſolchen Schlechtigkeit fähig wären. Beim Henker, das iſt wunderbar!... Ich habe nie Jemanden geſchadet und ſo viel Gu⸗ tes gethan, als ich konnte!.. Durch Gutes⸗ thun zieht man ſich häufig den Haß der Schlechten zu! Ha! Sie haben Recht, mein Herr, und öffnen mir die Augen!.. Hier verſank Heinrichs Begleiter in tiefe Träumerei, und erſterer erlaubte ſich keine weiteren Fragen.

Nicht lange ſo betraten unſere beiden Reiſenden einen beſuchten Weg, und da die Nacht finſter war, dachte Heinrich, er werde wohl daran thun, den andern Tag zu ſeiner Weiterreiſe nach Straßburg abzuwarten. Vor der erſten Herberge machten ſie Halt.Sie gehen nach Straßburg und ich komme dort her; weil wir demnach beide eine entgegen⸗ geſetzte Richtung zu nehmen haben, will ich Ihnen Lebewohl ſagen. Wie? Sie kehren hier nicht ein? entgegnete Heinrich. Nein, denn ich habe Eile, nach Paris zu kommen, wo ich eine wichtige Angelegenheit beendigen muß; da ich bald wieder nach Straßburg zurückzukehren gedenke, werde ich hoffentlich das Vergnügen haben, Sie dort zu ſehen und nähere Bekanntſchaft mit dem Erhalter mei⸗ nes Daſeins zu machen. Heinrich erwiderte ihm, ſein dortiger Aufenthalt werde nicht von langer