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muß ich Ihnen nothwendig eine Geſchichte aus m Jugend erzaͤhlen... Schenken Sie mir gefaͤlligſt ganze Aufmerkſamkeit.
„Ich war kaum zwei und zwanzig Jahre alt, reich, unabhaͤngig, bereits Herr meines Willens, aber durchaus nicht meiner Leidenſchaften... Damals liebte ich ein Frauenzimmer aus einer ehrenwerthen Familie... ſie
hatte keine Mutter mehr zu ihrer Ueberwachung, und
waͤhrend einer Abweſenheit ihres Vaters triumphirte meine Liebe uͤber ihre Tugend... Ach! das iſt ein großes Vergehen, ein Gefuͤhl, das man erregte, ſoweit zu miß⸗ brauchen, daß man den Gegenſtand ſeiner Liebe zum Vergeſſen ſeiner Pflichten verleitet... und ſelten geſchieht dies unbeſtraft!“. Cherubim fuhlte ſich betroffen und wagte es nicht mehr, Monfreville anzublicken, und der blaſſen und zit⸗ ternden Louiſe floßen große Zaͤhren uͤber die Wangen herab.„Bald darauf,“ fuhr Monfreville fort,„war ich Geſchäfte halber genbthigt, mich nach England zu be⸗ geben, und gelobte der, welche ich verfuͤhrt hatte, vor meiner Abreiſe noch, bald wieder zuruͤckzukehren und bei ihrem Vater um ihre Hand zu werben. Aber entfernt von ihr, ließ mich meine, bei einem jungen Manne ſehr natuͤrliche unbeſtaͤndigkeit dieſes Verſprechens vergeſſen. Indeſſen er⸗ hielt ich einen Brief, worin ſie mich benachrichtigte, ſie werde bald Mutter werden, undbitte mich, wenn ich ihre Ehre retten und meinen Fehler wieder gut machen wolle, ſchleunig herbeizueilen.. Nun, dieſen Brief ließ ich unbeantwortet... eine andere Liebe nahm mich in An⸗ ſpruch!... Zwei Jahre verſtrichen. Ich kehrte nach


