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Sie ihr dieſelbe nicht nennen, allein ihr Hers wird ſie ohne Zweifel zu errathen wiſſen! 3 Amalie von Noirmont.“
Nach beendigter Durchleſung dieſes Briefes uͤberließ ſich Monfreville dem lebhafteſten Entzuͤcken, ſeine Blicke durchliefen Frau von Noirmont's Schreiben noch einmal, er fuͤrchtete, das Spielzeug einer Taͤuſchung zu ſein, und war uͤbergluͤcklich in dem Gedanken, dieſe Louiſe, von der man ſo viel Gutes ſprach, deren Schoͤnheit, Sanft⸗ muth und Sittſamkeit Jedermann pries.. dieſe Louiſe— ſei das von ihm ſo ſehnlich geſuchte Kind. Doch bald maͤßigte eine Erinnerung ſeine Freude: er dachte an Che⸗ rubims Brief, nahm ihn zur Hand, uͤberlas ihn noch⸗ mals, und ein Gefuͤhl der Wehmuth druͤckte ſich in ſeinen Augen aus, waͤhrend er ſeufzte und vor ſich hin fluͤſterte:
„Der Himmel wollte mir kein vollſtaͤndiges Gluͤck goͤnnen... und zwar wahrſcheinlich zur Suͤhnung meines Vergehens... nachdem ich jedoch ſelbſt ſo ſtrafbar war... bleibt mir nichts uͤbrig, als zu verzeihen.“
Louiſe und Cherubim erwarteten ungeduldig Mon⸗ freville's Ankunft, und neben dieſer ungeduld durchdrang ſie eine geheime Furcht, die ſie ſich nicht recht erklaͤren konnten. 1
Endlich meldete Jasmin Herrn von Monfreville.
Louiſe ſchlug tief bewegt die Augen nieder, Cherubim flog ſeinem Freunde entgegen, hielt jedoch an, als er die ernſte, ſogar ſtrenge Miene deſſelben gewahrte, und ſtotterte, ihm die Hand hinreichend:
„Haben Sie meinen Brief nicht erhalten, mein Freund?“.


