Teil eines Werkes 
4. Th. (1843)
Entstehung
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114 Gewiſſensbiſſe waren ohne Zweifel nicht herb genug, der Himmel bewahrte mir noch eine ſchrecklichere Strafe auf! Vor einigen Monaten wurde, waͤhrend ich auf einer Reiſe abweſend war, ein junges Maͤdchen als Kam⸗ merjungfer in mein Haus aufgenommen... Ihre Sanft⸗ muth, die uͤber ihr ganzes Weſen verbreitete Anmuth gewannen ihr alle Herzen... Ich ſelbſt fuͤhlte mich zu ihr hingezogen; aber ſtellen Sie ſich meine Lage vor, als ich erfuhr, daß dieſes junge, aus Erbarmen von einer Baͤuerin Namens Nicolle in Gagny erzogene Maͤd⸗ chen daſſelbe Kind war, welches ich ihr einſt uͤberlaſſen hatte! Meine Tochter bei mir... in Dienſten... die

Magd ihrer Mutter... ach! mein Herr, konnte ich die⸗

ſen fuͤrchterlichen Zuſtand ertragen?... Jeden Augenblick verſucht, mich in Louiſens Arme zu werfen... ſie an mein Herz zu druͤcken.. dann mich wieder meines Gat⸗ ten... meiner andern Tochter... der Ehre der ganzen Familie erinnernd... ich haͤtte ſterben oder dieſer Lage ein Ende machen muͤſſen... Endlich ſuchte ich Louiſen auf; ich fuͤhlte mich außer Stands, ihr zu geſtehen, ich ſei ihre Mutter.. aber ich bat ſie, ſich aus dem Hauſe

zu entfernen, und das arme Kind gab meinem Flehen

nach. Geruͤhrt jedoch von der zaͤrtlichen Anhaͤnglichkeit, die ſie fuͤr mich an den Tag legte,... entſchloß ich mich, ihr den Vater zuruͤckzugeben. Dieſes Kind, wel⸗ ches Sie nach Ihrer Ruͤckkehr nach Frankreich vergebens mich Ihnen zu zeigen baten,... iſt Louiſe... das junge, ſchoͤne, tugendhafte Maͤdchen, welches Ihnen dieſen Brief uͤberbringt. Geben Sie ihr einen Vater zuruͤck, mein Herr; was ihre Mutter betrifft, ſo duͤrfen